In diesem Artikel erfährst du “fast” alles über das ganze besondere Wermutkraut, welches auch oft an Südtirols Wanderwegen zu finden ist. Ich lade dich auf eine spannende Reise dieses hochgeschätzte Heilkraut der Natur kennenzulernen.

Wermut, für mich ein geheimnisvolles Kraut, das durch die Jahrhunderte sowohl in der Medizin als auch in der Kultur eine faszinierende Rolle gespielt hat, aber noch bis zum heutigen Tage geschätzt wird. Historisch gesehen hat Wermut seine Wurzeln tief in der antiken Welt. Die Griechen und Römer nutzten Wermut zur Behandlung verschiedener Leiden, von Verdauungsproblemen bis hin zu Fieber. Plinius der Ältere, ein römischer Autor und Naturphilosoph, beschrieb Wermut als Mittel zur Steigerung der geistigen Klarheit.

Kulturell gesehen ist Wermut vielleicht am bekanntesten durch seinen Einsatz in der Herstellung von Absinth, einem hochprozentigen, anisgeschmackten Spirituosengetränk. Absinth, oft als „Grüne Fee“ bezeichnet, wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich sehr beliebt und war eng verbunden mit Künstlern und Schriftstellern der Bohème. Diese kulturelle Verbindung hat dem Wermut eine fast mystische, inspirierende Aura verliehen. Das Thema Absinth wird später in diesem Artikel noch genauer erläutert…

Wermutkraut
Wermutkraut

Philosophischer Ansatz:

Im Reich des Wermuts findet sich eine feinsinnige Metapher für das menschliche Dasein: Wie dieses Kraut in seiner Bitterkeit und zugleich heilenden Kraft schwankt, so balancieren auch wir zwischen den bittersüßen Momenten des Lebens. Wermut, ein Wortspiel aus Wehmut und Mut, spiegelt unsere Reise durch Licht und Schatten wider, wo jede Bitterkeit uns lehrt und jede Linderung uns Hoffnung schenkt. In seiner schlichten Existenz offenbart Wermut die tiefere Wahrheit, dass in jedem bitteren Anfang oft ein versöhnliches Ende verborgen liegt.

Wermutkraut geschnitten 100g | Bitterkraut | Wermutkraut-Tee | Wermut geschnitten als aromatisches Würzmittel oder Tee | vom Achterhof
  • WERMUTKRAUT Wermut ist ein Bitterkraut mit einem gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Aber trotzdem oder gerade deswegen haben ihn unsere Großmütter schon als Tee als Hausmittel empfohlen.
  • AROMATISCH Geschnittener Wermut wird vor allem aus den krautigen Stängeln und Laubblättern der Pflanze gewonnen. Im getrockneten Zustand bleiben die geschmacksgebenden Inhaltsstoffe vollständig enthalten.
  • WERMUTTEE Rührt man Wermut mit heißem Wasser auf, dringen die Inhaltsstoffe aus dem Kraut und können als Tinktur oder als Tee genutzt werden.

Wo kommt der Name Wermut her?

Die Namensherkunft von „Wermut“ führt uns in die Tiefen der Sprachgeschichte und Kultur. Der deutsche Name „Wermut“ stammt aus dem Althochdeutschen „wermuot“, das sich wiederum aus den Elementen „wer“ (Mann, männlich, kriegerisch) und „muot“ (Mut, Geist, Gemüt) zusammensetzt. Diese althochdeutsche Bezeichnung spiegelt möglicherweise eine Wahrnehmung der Pflanze als kraftvoll und mutgebend wider, was auf ihre damalige Nutzung als Heilmittel hindeuten könnte.

Interessanterweise findet sich auch im Lateinischen ein ähnlicher Klang und Bedeutungszusammenhang. Der lateinische Name „Artemisia absinthium“ für Wermut leitet sich von Artemis ab, der griechischen Göttin der Jagd und der wilden Natur. Dies könnte auf die Verwendung der Pflanze in der antiken Medizin und möglicherweise auf eine Verbindung zu weiblicher Heilkunde hinweisen.

Im Laufe der Zeit hat sich die Bezeichnung „Wermut“ in den verschiedenen germanischen Sprachen etabliert und wurde schließlich im Mittelhochdeutschen zu „wermuot“ und im Neuhochdeutschen zu „Wermut“. Diese Entwicklung des Namens reflektiert nicht nur sprachliche, sondern auch kulturelle und medizinische Aspekte der Pflanze in der Geschichte.

In der englischen Sprache wurde der Name als „wormwood“ übernommen, was wiederum auf die alte Vorstellung zurückgeht, dass die Pflanze wirksam gegen Darmparasiten („Worms“) sei. Dies zeigt, wie der Name der Pflanze auch deren wahrgenommene Eigenschaften und Verwendungen widerspiegelt.

Wermut Steckbrief botanisch:

Kategorie Beschreibung
Wissenschaftlicher Name Artemisia absinthium
Familie Korbblütler (Asteraceae)
Gattung Artemisia
Art Absinthium
Verbreitung Europa, Asien, Nordafrika, Nordamerika
Lebensraum Trockene, sonnige Standorte
Blütezeit Juli bis September
Höhe 0,6 bis 1,2 Meter
Blattfarbe Silbrig-grün
Blütenfarbe Gelblich
Nutzung Heilpflanze, Gewürzpflanze, In der Spirituosenherstellung (z.B. Absinth)

Wermut ist in Europa, Asien und Teilen von Nordafrika beheimatet. Er wächst natürlich in einer Vielzahl von Habitaten, vorzugsweise auf trockenen, sonnigen Standorten wie Wegrändern, Brachflächen und auf Kalksteinböden. Als robuste, anspruchslose Pflanze kann Wermut auch in ungünstigen Bedingungen gedeihen und ist daher in vielen Regionen als Wildpflanze zu finden.

Welche Arten von Wermut bzw. der Gattung Artemisia gibt es?

Dazu hier eine kleine Übersichtstabelle:

Artname Beschreibung
Artemisia absinthium (Gemeiner Wermut) Bekannt für die Verwendung in Absinth, silbrig-grüne Blätter, gelbliche Blüten.
Artemisia vulgaris (Beifuß) Häufig in Europa, Asien, Nordamerika, traditionell in der Küche und Kräutermedizin verwendet.
Artemisia annua (Einjähriger Beifuß, Chinesischer Beifuß) Bekannt für antimalarielle Wirkung, Quelle des Malariamittels Artemisinin.
Artemisia dracunculus (Estragon) Kulinarisch bedeutend, besonders in der französischen Küche, bittersüßer Geschmack.
Artemisia ludoviciana (Weißer Wermut) Stammt aus Nordamerika, oft in der Landschaftsgestaltung verwendet, silbrig-weiße Blätter.
Artemisia arborescens (Baum-Wermut) Wächst im Mittelmeerraum, wird für aromatische Eigenschaften und Aussehen geschätzt.

Wermut im Kräutergarten

Man findet Wermut (Artemisia Absinthium) eher weniger kultiviert in der Region Südtirol, aber es ist natürlich nicht ausgeschlossen ihn auch vermehrt anzubauen. Wer dies machen möchte der sollte auf folgendes acht geben.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Wermut gedeiht am besten an vollsonnigen Standorten. Die Pflanze benötigt viel direktes Sonnenlicht, um ihre ätherischen Öle vollständig zu entwickeln. Der ideale Boden für Wermut ist gut drainiert und kann von sandig bis lehmig variieren. Der pH-Wert sollte neutral bis leicht alkalisch sein. Eine gute Drainage ist entscheidend, da Staunässe vermieden werden sollte.

Aussaat und Wachstum

Die Samen von Wermut sollten im Frühjahr ausgesät werden. Die Aussaat erfolgt oberflächlich, da die Samen Licht zum Keimen benötigen. Ein leichtes Bedecken mit einer dünnen Erdschicht ist ausreichend. Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Nach der Keimung ist es wichtig, die jungen Pflanzen regelmäßig zu gießen, aber auch hier ist Vorsicht geboten, um Überwässerung zu vermeiden. Ein Abstand von 30 bis 40 cm zwischen den Pflanzen ist empfehlenswert, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und das Risiko von Pilzkrankheiten zu minimieren.

Aussaat Wermut
Aussaat Wermut

Wann sollte man Wermut ernten?

Der optimale Zeitpunkt für die Ernte des Wermuts ist kurz bevor die Pflanze blüht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Konzentrationen der ätherischen Öle und Wirkstoffe am höchsten. Die Ernte sollte am frühen Morgen nach dem Verdunsten des Taus erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Feuchtigkeitsgehalt der Pflanze am niedrigsten, was die Trocknung erleichtert.

Wie trocknet man Wermut am besten?

Nach der Ernte sollten die Wermutblätter und -blüten schnell getrocknet werden, um den Verlust von Aroma und Wirkstoffen zu minimieren. Die Pflanzenteile können auf einem sauberen Tuch oder einem Trocknungsgitter ausgelegt werden. Wichtig ist eine gute Luftzirkulation. Ein dunkler, trockener und gut belüfteter Raum ist ideal. Der Trocknungsvorgang kann je nach Umgebungsbedingungen einige Tage bis eine Woche dauern. Nach dem Trocknen sollten die getrockneten Kräuter in luftdichten Behältern gelagert werden, um ihre Potenz zu bewahren.

Verwendung von Wermut

Tee und Tinkturen: Getrockneter Wermut kann zu Tee verarbeitet oder als Tinktur verwendet werden. Er wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd und kann bei Magen-Darm-Beschwerden helfen.

Wie stelle ich eine Wermut Tinktur her?

Utensilien für Wermut-Tinktur

  • Getrockneter Wermut: Ausreichende Menge für das gewählte Glasgefäß.
  • Hochprozentiger Alkohol: Mindestens 40% Alkoholgehalt, wie Vodka oder Ethanol.
  • Glasgefäß mit luftdichtem Verschluss: Zum Ansetzen und Ziehenlassen der Tinktur.
  • Feiner Sieb oder Käsetuch: Zum Filtern der Tinktur.
  • Dunkle Flaschen: Zur Lagerung der fertigen Tinktur, um sie vor Licht zu schützen.
  • Etiketten und Stift: Zur Beschriftung der Flaschen mit Inhalt und Datum.

Rezept Wermut Tinktur Zutaten

  • Getrockneter Wermut: Ca. 100 Gramm
  • Hochprozentiger Alkohol (z.B. Vodka oder Ethanol): Etwa 500 Milliliter (für ein Verhältnis von 1:5, Wermut zu Alkohol)

Wermut-Tinktur Herstellung

Getrockneten Wermut leicht zerkleinern, um die Oberfläche zu vergrößern und damit die Extraktion zu erleichtern.

Den zerkleinerten Wermut in ein Glasgefäß geben, sodass es zu einem Drittel oder zur Hälfte gefüllt ist. Mit hochprozentigem Alkohol (mindestens 40% Alkoholgehalt) auffüllen, bis der Wermut vollständig bedeckt ist.

Das Glas fest verschließen und an einem dunklen, kühlen Ort stellen. Die Mischung für 4 bis 6 Wochen ziehen lassen, dabei alle paar Tage schütteln.

Nach der Ziehzeit die Tinktur durch ein feines Sieb oder Käsetuch filtern, um die festen Bestandteile zu entfernen.

Die gefilterte Tinktur in dunkle Flaschen umfüllen und beschriften. Dunkle Flaschen schützen die Tinktur vor Licht.

Wermut enthält Thujon, das in hohen Dosen toxisch sein kann. Die Tinktur sollte daher nur in moderaten Mengen und nicht über längere Zeiträume eingenommen werden. Vor der Verwendung von Wermut-Tinktur, besonders bei Schwangerschaft, Stillzeit oder bestimmten Gesundheitszuständen, ärztlichen Rat einholen.

Wie bereite ich einen Wermuttee zu?

Dosierung:

Für eine Tasse Tee etwa 1 Teelöffel getrockneten Wermut verwenden. Je nach Geschmack und gewünschter Stärke kann diese Menge angepasst werden.

Wasser kochen:

Frisches Wasser zum Kochen bringen. Für optimalen Geschmack am besten gefiltertes oder Quellwasser verwenden.

Wermut überbrühen:

Den getrockneten Wermut in ein Teesieb oder einen Teefilter geben und in eine Teekanne oder ein Teeglas stellen. Das kochende Wasser direkt über den Wermut gießen.

Ziehzeit:

Den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Eine längere Ziehzeit resultiert in einem stärkeren und bittereren Geschmack.

Servieren:

Nach dem Ziehen das Teesieb oder den Teefilter entfernen. Bei Bedarf kann der Tee mit einer Scheibe Zitrone oder einem Teelöffel Honig verfeinert werden, um den bitteren Geschmack zu mildern.

Dosierung und Vorsicht: Aufgrund seiner starken Wirkung sollte Wermut in moderaten Mengen verwendet werden. Besondere Vorsicht ist geboten bei Schwangerschaft und bestimmten Gesundheitszuständen.

Die Heilwirkung von Wermut

Bevor wir auf die einzelnen Elemente und der Heilwirkung und dessen Einsatzes von Wermutkraut kommen, hier eine kleine Übersicht in Tabellenform zu den Inhalstoffen:

Inhaltsstoff Heilwirkung/Verwendung
Thujon Nervenstimulierend, traditionell in Spirituosen (Absinth), in hohen Dosen toxisch
Absinthin Appetitanregend, verdauungsfördernd, wirkt gegen Magen-Darm-Beschwerden
Anethol Aromatisch, wird auch in Anis und Fenchel gefunden, krampflösend
Flavonoide Antioxidativ, entzündungshemmend, unterstützt Herz-Kreislauf-System
Tannine Adstringierend, antimikrobiell, hilft bei Hautirritationen und leichten Entzündungen
Bitterstoffe Stimulieren die Produktion von Verdauungssäften, wirken gegen Appetitlosigkeit

 

Wovon hängt die Wirkung von Wermut ab?

Die vielfältige Wirkung von Wermut auf den menschlichen Körper kann auf eine Reihe von Faktoren zurückgeführt werden, darunter die chemische Zusammensetzung, die Darreichungsform und die Dosierung, die Art der Anwendung sowie individuelle Unterschiede in der Reaktion auf die Pflanze.

Chemische Zusammensetzung

Der Kern der Wirkung von Wermut liegt in seiner komplexen chemischen Zusammensetzung. Wermut enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen, darunter Thujon, Bitterstoffe wie Absinthin, Flavonoide, Tannine und ätherische Öle. Thujon ist vielleicht die bekannteste Komponente, die sowohl für die psychoaktiven Eigenschaften von Absinth, einem aus Wermut hergestellten Getränk, als auch für potenzielle toxische Effekte bei hohen Dosen verantwortlich ist. Die Bitterstoffe, insbesondere Absinthin, stimulieren die Verdauung, indem sie die Sekretion von Verdauungssäften anregen, was zu einer verbesserten Nahrungsaufnahme und Verdauung führt.

Darreichungsform und Dosierung

Die Art und Weise, wie Wermut konsumiert wird, sei es als Tee, Tinktur, Extrakt oder in alkoholischer Form wie Absinth, hat einen erheblichen Einfluss auf seine Wirkung. Tee, oft aus getrockneten Blättern und Blüten zubereitet, wird traditionell zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und als mildes Beruhigungsmittel verwendet. Tinkturen und Extrakte, die eine konzentriertere Form darstellen, werden für ihre stärkeren therapeutischen Effekte geschätzt, erfordern jedoch eine sorgfältige Dosierung, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Die Dosierung ist entscheidend, da geringe Mengen stimulierende und verdauungsfördernde Eigenschaften haben können, während höhere Dosen toxisch wirken und neurologische Symptome verursachen können.

Art der Anwendung

Wermut kann oral eingenommen, als Umschlag oder Salbe äußerlich angewendet oder als aromatisches Kraut in Speisen und Getränken verwendet werden. Die Wirkung variiert je nach Anwendungsart; äußerliche Anwendungen zielen in der Regel auf die Linderung von Hauterkrankungen und muskulären Beschwerden ab, während die orale Aufnahme sich positiv auf das Verdauungssystem, das Nervensystem und allgemeine Wohlbefinden auswirken kann.

Wermut Wirkung auf den Körper

Blätter und Blüten: Konzentrierte Quellen von Wirkstoffen

Die Blätter und Blüten des Wermuts sind besonders reich an ätherischen Ölen, Bitterstoffen wie Absinthin und Anabsinthin, Flavonoiden und Tanninen. Diese Inhaltsstoffe sind maßgeblich für die charakteristischen verdauungsfördernden und appetitanregenden Eigenschaften der Pflanze verantwortlich.

  • Verdauungsförderung: Bitterstoffe aktivieren durch ihre stimulierende Wirkung auf die Speichel-, Magensäure- und Gallenflüssigkeitsproduktion den Verdauungsprozess. Diese Kaskade verbessert die Verdauung und die Absorption essentieller Nährstoffe und bietet Linderung bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl.
  • Appetitanregung: Die Bitterstoffe fördern zudem den Appetit, was den Wermut zu einem wertvollen Helfer bei Appetitlosigkeit macht.
  • Entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften: Flavonoide und Tannine ergänzen die therapeutische Palette des Wermuts durch ihre entzündungshemmenden und antimikrobiellen Wirkungen, die gegen bestimmte Bakterien- und Pilzarten effektiv sein können.

Wurzeln: Intensive Wirkstoffquellen mit spezifischen Anwendungen

Obwohl die Wurzeln ähnliche Wirkstoffe wie die Blätter und Blüten enthalten, weisen sie doch Unterschiede in der Konzentration und Zusammensetzung auf. Diese machen sie besonders wirksam, erfordern jedoch auch eine sorgfältige Handhabung hinsichtlich der Dosierung.

  • Stärkere Bitterstoffe: Die intensiveren Bitterstoffe in den Wurzeln könnten eine noch effektivere, wenn auch vorsichtig zu handhabende Option für die Behandlung schwerer Verdauungsprobleme darstellen.
  • Unterstützung des Verdauungssystems: Traditionell werden Wermutwurzeln zur Linderung schwererer Verdauungsbeschwerden und zur Reinigung des Verdauungstraktes eingesetzt.

Neurologische Effekte: Einfluss auf das Nervensystem

Wermut beeinflusst durch seine Inhaltsstoffe, insbesondere Thujon, auch das Nervensystem.

  • Thujon: Dieser Bestandteil kann in hohen Dosen neurotoxische Effekte hervorrufen, die von Krampfanfällen bis zu Nervenschäden reichen. In kontrollierten, moderaten Mengen wird Thujon jedoch eine stimulierende Wirkung zugeschrieben, die mentale Klarheit und das allgemeine Wohlbefinden fördern kann.
  • Beruhigende Effekte: Bestimmte Zubereitungen von Wermut können zudem beruhigende Wirkungen auf das Nervensystem haben, vor allem in Form eines Tees.

Sicherheit und Dosierung: Ein kritischer Faktor

Die sichere und effektive Anwendung von Wermut hängt wesentlich von der Zubereitungsform und der individuellen Reaktion ab. Während moderate Mengen therapeutische Vorteile bieten, ist eine sorgfältige Dosierung essenziell, um unerwünschte Nebenwirkungen, insbesondere bei der Nutzung von Konzentraten oder ätherischen Ölen, zu vermeiden.

Wermut Wirkung auf die Psyche

Die psychischen Effekte von Wermut lassen sich auf spezifische bioaktive Substanzen zurückführen, die in der Pflanze enthalten sind. Diese Wirkstoffe interagieren auf komplexe Weise mit dem Nervensystem und tragen zu den vielfältigen psychologischen Wirkungen von Wermut bei. Im Mittelpunkt stehen hierbei hauptsächlich Thujon, sowie Flavonoide und Bitterstoffe, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Psyche haben.

Thujon

Thujon ist das bekannteste und am intensivsten erforschte psychoaktive Element in Wermut. Es wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und kann je nach Dosierung verschiedene Effekte hervorrufen:

  • Stimulierende Wirkung: In niedrigen bis moderaten Mengen kann Thujon die Neurotransmitteraktivität im Gehirn beeinflussen, was zu einer Steigerung der mentalen Wachheit und Klarheit führt. Diese Wirkung wird häufig mit einer Verbesserung der kognitiven Funktionen und einer Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit in Verbindung gebracht.
  • Neurotoxische Effekte: Bei hoher Dosierung kann Thujon jedoch neurotoxisch wirken und unerwünschte Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Verwirrung oder gar Nervenschäden verursachen. Die potenziell schädlichen Wirkungen von Thujon unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Dosierung.

Flavonoide

Flavonoide sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften, die auch in Wermut vorkommen. Sie können positive Effekte auf das psychische Wohlbefinden haben:

  • Stressreduktion: Flavonoide können zur Reduktion von Stress und Angst beitragen, indem sie die Resilienz des Körpers gegenüber Stressoren erhöhen und die Funktionen des zentralen Nervensystems stabilisieren.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften können Flavonoide auch indirekt das Risiko von psychischen Störungen reduzieren, die mit chronischen Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht werden.

Bitterstoffe

Bitterstoffe, wie Absinthin und Anabsinthin, sind charakteristisch für Wermut und spielen eine zentrale Rolle bei seinen Verdauungsfördernden Eigenschaften. Diese Substanzen können auch indirekt die psychische Gesundheit beeinflussen:

  • Verdauungsunterstützung und psychisches Wohlbefinden: Eine verbesserte Verdauung kann das allgemeine Wohlbefinden fördern und damit indirekt zur Stressreduktion und einer positiven Stimmungslage beitragen.
  • Appetitanregung: Durch die Förderung des Appetits können Bitterstoffe bei der Bewältigung von Appetitlosigkeit helfen, die oft mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen einhergeht.

Wermut ein natürliches Wunder in Tierhaltung und Ackerbau

Wermut, ein Kraut, das schon seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt, ist nicht nur für seine heilenden Eigenschaften beim Menschen bekannt, sondern auch für seine positiven Auswirkungen in der Tierhaltung und im Ackerbau.

Wermut in der Tierhaltung – Traditioneller Einsatz

Schon seit langer Zeit wird Wermut in der Viehzucht eingesetzt, um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere zu fördern. In der traditionellen Landwirtschaft war es üblich, Wermut dem Tierfutter beizumischen. Diese Praxis basierte auf dem Wissen, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Wermuts gesundheitsfördernde Wirkungen haben.

Verdauungsförderung und Parasitenabwehr

Die Bitterstoffe in Wermut, insbesondere Absinthin und Anethol, sind bekannt dafür, die Verdauung zu fördern. Sie regen die Produktion von Verdauungssäften an, was besonders bei Nutztieren, die an Verdauungsproblemen leiden, hilfreich sein kann. Darüber hinaus hat Wermut eine lange Geschichte in der natürlichen Parasitenbekämpfung. Bestimmte Inhaltsstoffe, wie das Thujon, wirken abschreckend auf interne und externe Parasiten, was ihn zu einem wichtigen Bestandteil in der natürlichen Tierpflege macht.

Wermut im Ackerbau – Verbesserung der Bodenqualität

Neben der Tierhaltung spielt Wermut auch eine wichtige Rolle im Ackerbau. Die Pflanze trägt zur Verbesserung der Bodenqualität bei, indem sie hilft, ausgelaugte Böden zu regenerieren. Wermut ist in der Lage, in relativ kargen und nährstoffarmen Böden zu gedeihen, und kann somit zur Aufwertung solcher Standorte beitragen.

Schädlingsbekämpfung mit Wermut

Ein weiterer bedeutender Vorteil des Wermuts im Ackerbau ist seine Fähigkeit, als natürlicher Schädlingsbekämpfer zu fungieren. Die Pflanze enthält Inhaltsstoffe, die für viele Schädlinge abschreckend wirken. Dies macht Wermut zu einer attraktiven Option für die biologische Schädlingsbekämpfung, besonders in der ökologischen Landwirtschaft, wo der Einsatz von chemischen Pestiziden vermieden wird.

Inhaltsstoffe mit abschreckender Wirkung

Die schädlingsabwehrende Wirkung von Wermut kann hauptsächlich auf zwei Schlüsselkomponenten zurückgeführt werden: ätherische Öle und Bitterstoffe.

  • Ätherische Öle: Wermut enthält eine Vielzahl ätherischer Öle, darunter das bereits erwähnte Thujon, die für ihre starken abschreckenden Eigenschaften gegenüber einer Reihe von Schädlingen bekannt sind. Diese Öle können Insekten wie Blattläuse, Raupen und Milben effektiv fernhalten.
  • Bitterstoffe: Die in Wermut enthaltenen Bitterstoffe, wie Absinthin, wirken ebenfalls abschreckend auf Schädlinge. Ihre bittere Natur macht die Pflanze unattraktiv für viele Insekten und kann als präventive Maßnahme gegen Befall dienen.

Anwendungsformen von Wermut in der Schädlingsbekämpfung

Die Nutzung von Wermut als Schädlingsbekämpfungsmittel kann auf verschiedene Weise erfolgen, von direkten Anwendungen bis hin zu präventiven Maßnahmen:

  • Wermuttee und -extrakte: Ein verbreitetes Mittel ist die Herstellung von Wermuttee oder -extrakten, die dann als Sprühlösungen auf Pflanzen aufgetragen werden. Diese Lösungen können sowohl präventiv als auch bei akutem Schädlingsbefall eingesetzt werden, um Insekten abzuwehren oder zu vertreiben.
  • Pflanzenschutz durch Begleitpflanzung: Die Anpflanzung von Wermut in der Nähe von schädlingsanfälligen Kulturen kann als effektive präventive Maßnahme dienen. Die starken Aromen und Bitterstoffe des Wermuts wirken als natürliche Barriere gegen Schädlinge.
  • Wermutmulch: Zerkleinerte Wermutblätter können auch als Mulch um Pflanzen herum verwendet werden, um Insekten abzuschrecken und gleichzeitig den Boden zu bereichern.

Vorteile und Nachhaltigkeit

Die Verwendung von Wermut als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel bietet mehrere Vorteile gegenüber synthetischen Pestiziden:

  • Umweltverträglichkeit: Wermut ist biologisch abbaubar und stellt keine langfristige Belastung für die Umwelt dar.
  • Sicherheit für Nützlinge: Im Gegensatz zu vielen chemischen Pestiziden ist Wermut selektiver in seiner Wirkung und birgt ein geringeres Risiko, nützliche Insekten wie Bienen zu schädigen.
  • Gesundheit und Sicherheit: Die Verwendung von Wermut reduziert die Exposition gegenüber potenziell schädlichen Chemikalien für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Youtube Videos über Wermut:

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Mythos und Suchmittel Absinth

Absinth, oft als “Die Grüne Fee” bezeichnet, ist ein hochprozentiger, aromatisierter Schnaps, der aus Wermutkraut (Artemisia absinthium), Anis, Fenchel sowie einer Reihe weiterer Kräuter hergestellt wird. Seine Geschichte, die bis ins späte 18. Jahrhundert zurückreicht, ist ebenso reich und farbenfroh wie sein unverwechselbares, tiefgrünes Erscheinungsbild. Absinth wurde ursprünglich in der Schweiz entwickelt, gewann aber schnell an Popularität in Frankreich und anderen Teilen Europas sowie in den Vereinigten Staaten. Er ist berühmt für seinen starken Geschmack und seine angeblich psychoaktiven Wirkungen, die teilweise auf den Gehalt von Thujon zurückgeführt werden, einem Bestandteil des ätherischen Öls von Wermut.

Geschichte und Kultur

Die Entstehung von Absinth ist eng mit der Region um das Val-de-Travers im Schweizer Jura verbunden, wo er Ende des 18. Jahrhunderts von Pierre Ordinaire, einem französischen Arzt, als Allheilmittel konzipiert wurde. Die kommerzielle Produktion begann mit der Gründung der ersten Absinth-Destillerie durch Henri-Louis Pernod. Absinth erfreute sich besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert großer Beliebtheit, insbesondere unter Künstlern und Schriftstellern in Paris, die ihn für seine inspirierenden und euphorisierenden Effekte schätzten.

Herstellungsprozess

Die Herstellung von Absinth beginnt mit der Mazeration von Wermut, Anis, Fenchel und anderen Kräutern in Alkohol. Nach dieser Mazeration wird die Mischung destilliert, um einen klaren, aromatischen Schnaps zu erzeugen. In einigen Fällen wird der destillierte Absinth mit einem weiteren Satz von Kräutern infundiert, um ihm seine charakteristische grüne Farbe und zusätzliche Aromen zu verleihen. Die Qualität und Zusammensetzung der verwendeten Kräuter, zusammen mit dem Destillationsprozess, sind entscheidend für den Geschmack und die Qualität des fertigen Absinths.

Konsum und die Tradition der Zubereitung

Absinth wird traditionell mit Wasser und Zucker konsumiert. Die klassische Zubereitung umfasst das Platzieren eines Zuckerwürfels auf einem speziellen Absinth-Löffel, der über ein Glas mit Absinth gelegt wird. Eiswasser wird dann langsam über den Zuckerwürfel gegossen, sodass sich der Zucker auflöst und in den Absinth tropft. Dieser Vorgang, bekannt als das “Louche”, führt zu einer milchigen Trübung des Getränks, die durch die Freisetzung ätherischer Öle aus den Kräutern verursacht wird. Diese Zeremonie fügt dem Absinthkonsum eine rituelle und ästhetische Dimension hinzu.

Kontroversen und Verbote

Im frühen 20. Jahrhundert wurde Absinth in vielen Ländern verboten, hauptsächlich aufgrund von Bedenken hinsichtlich seiner Sicherheit und moralischen Panik, die durch seine Assoziation mit der Bohème und angeblichen schädlichen Effekten angeheizt wurde. Insbesondere der Gehalt an Thujon im Wermut wurde für viele der negativen Wirkungen verantwortlich gemacht, einschließlich Halluzinationen und Sucht. Moderne Studien haben jedoch gezeigt, dass der Thujongehalt in den meisten historischen Absinthen zu niedrig war, um solche Effekte zu verursachen, und dass viele der damaligen Probleme eher auf den hohen Alkoholgehalt und den übermäßigen Konsum zurückzuführen waren.

Renaissance und moderne Wahrnehmung

Seit den späten 1990er Jahren erlebt Absinth eine weltweite Renaissance, teilweise aufgrund der Lockerung der gesetzlichen Beschränkungen und eines wachsenden Interesses an historischen Spirituosen. Moderne Absinthe halten sich an strenge Standards hinsichtlich des Thujongehalts, wodurch sie sowohl sicher als auch legal sind. Heute wird Absinth von Kennern und Enthusiasten geschätzt, die ihn für sein einzigartiges Aroma, seinen Geschmack und seine kulturelle Geschichte genießen.

Weiterführende Links und Studien:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7345338/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7570121/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32825178/

Disclaimer:

Dieser Artikel ersetzt keinen medizinischen Rat. Alle Angaben ohne Gewähr

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